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Normalerweise wird sich das Metall kühler anfühlen. Trotzdem
haben beide Objekte die gleiche Temperatur - wenn sie lange genug im
selben Raum gestanden sind.
Der Unterschied besteht in der Wärmeleitfähigkeit. Metalle
leiten die Wärme besser als Holz. Wir haben an den Händen
eine durchschnittliche Körpertemperatur von rund 34°C. Die
beiden Objekte besitzen eine Temperatur von rund 20°C (Raumtemperatur).
Dadurch wandert die Wärme vom wärmeren Gegenstand (unseren
Händen) zum kälteren Gegenstand (dem Matall und Holz). Nun
kann Metall die Wärme besser aufnehmen, als Holz. Die Wärmeleitfähigkeiten
unterscheiden sich enorm.
Wärmeleitung
Holz: ca. 0.2 W / K m
Wärmeleitung Metall: ca. 300 W / K m
Da das Metall die Wärme gut aufnimmt, kühlt die Haut entsprechend
schnell ab - das Metall erscheint uns kühler, aber eigentlich führt
es zu einer Abkühlung unseres Körpers. Beim Holz sieht es
ganz anders aus. Holz nimmt die Wärme nur sehr schlecht auf und
gibt es auch nur sehr schlecht ab. Dadurch spüren wir kaum eine
Änderung der Oberflächentemperatur unserer Hand.
Kommen wir zurück
zum Lauf über glühende Kohlen.
Der Feuerlauf stammt aus Griechenland, als eine Kirche niederbrannte
um 1300. Es blieb am Altar nur die Ikone, das Wichtigste an einer griechisch-orthodoxen
Kirche, erhalten. Ein Bauernbub rannte beherzt über die Glutnester,
schnappte sich die Ikone und rettete sie für sein Dorf. Dieser
Feuerlauf findet heute noch, ihm zu Ehren, in Griechenland in manchen
Regionen statt.
Das
Ganze hat nichts mit Esoterik oder Okultismus zu tun, sondern es handelt
sich ausschließlich um Physik. Für die Wärmeleitung
zwischen der Haut der Füße und den glühenden Kohlen
ist es ziemlich egal, ob das Holz lebt und wächst, ob es herumliegt
oder ob es glüht. Die Wärme die man spürt, hält
man die Hand über die glühenden Kohlen, ist in der Regel nicht
die Wärmestrahlung, sondern die erhitzte Luft, die nach oben strömt.
Tatsächlich ist die erhitzte Luft, die nach oben strömt unangenehmer
für das Gesicht und die ungeschützten Körperoberflächen,
als der Gang über die Kohlen - diese leiten die Wärme nur
sehr schlecht weiter.
Der
Autor gemeinsam mit Toni Nemeth ein paar Minuten vor dem Feuerlauf.
Toni Nemeth grillte ein paar wunderbare Steaks, um zu zeigen, dass die
Kohlen tatsächlich heiß sind. Danke Toni.
Übrigens sieht
ein Lauf über glühende Kohlen nur wirklich spektakulär
aus, wenn er in der NAcht oder am Abend durchgeführt wird. Bei
Tageslicht sieht man nur weiße Asche - die könnte auch kalt
sein!
Trotzdem kann es
immer wieder vorkommen, dass sich manche Personen verletzen und schwere
Verbrennungen auf den Füßen erleiden. Der Grund ist ein einfacher.
Über den glühenden Kohlen liegt eine Ascheschicht. Diese Asche
sorgt zusätzlich für eine Isolation. Wird diese Ascheschicht
zerstört, dann können die Kohlen wieder zum Brennen beginnen.
Gemeinerweise müssen die Flammen nicht besonders groß sein,
sie können nur ein paar Millimeter klein sein. Dennoch, wenn man
auf diese brennenden Kohlen steigt, wird man sich die Füße
verbrennen. So betrachtet ist der Begriff "Feuerlauf" eigentlich
falsch gewählt.
Zusammenfassend
kann man sagen, die glühenden Kohlen geben die Wärme beim
direkten Kontakt nur sehr schlecht ab. Die Ascheschicht schützt
zusätzlich und es kann nichts passieren.
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