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Der Karateschlag - das können Sie auch !
     

Warum bricht sich der Karatekämpfer nicht die Hand, wenn er mit der Faust Holz- oder Betonplatten zertrümmert? Der Grund ist ein ganz einfacher. Man unterschätzt die Eigenschaften der Knochen. Die Bruchspannung ist ca. 50 mal größer als bei Holz oder Beton. Das inkludiert noch nicht die Dämpfungseigenschaften des Gewebes und wie die Sehnen, den Druck auf Muskeln, Sehnen und andere Knochen übertragen können. Den Schlag selbst muss man dabei als inelastischen Stoss betrachten. Wenn die Geschwindigkeit der Faust hoch genug ist und das Brett auf beiden Seiten aufliegt, wird es brechen.

Beim Handkantenschlag kommt es relativ selten zu Verletzungen. Es können hauptsächlich Prellungen auftreten. Das passiert genau dann, wenn das Holz nicht bricht. Meistens passiert das nur dann, wenn man nicht "richtig" zuschlägt. Viele Menschen bremsen unwillkürlich vor dem Brett ganz leicht die Hand ab. Dadurch wird die Geschwindigkeit reduziert und die Energie reicht nicht mehr aus, um das Brett zu zerschlagen. Deshalb muss man sich etwas konzentrieren um wirklich mit voller Kraft auf das Brett zu schlagen. Manchmal hilft auch der Trick, dass man nicht das Brett anvisiert, sondern einen Punkt dahinter. Man muss nur den imaginären Punkt dahinter "treffen", dann geht die Hand wie durch Butter durch das Brett. Dabei wird die gesamte Bewegungsenergie der Hand in Verformungsenergie umgewandelt. Man spürt praktisch nichts, wenn man das Brett zerschlägt.

Um ein Holzbrett mit der Stärke von 20 mm zu zerbrechen benötigt man eine Energie von rund 7,6 J und für Beton 17,5 J. Diese Werte entsprechen auch unseren Erfahrungswerten, wie sich diese Materialen unter der Schlagbelastung verhalten.

Eine Hand hat rund eine Masse von 0.7 kg und ein ungeübter Handkantenschläger erreicht eine Geschwindigkeit von rund 6-7 m/s. Man kann sich leicht die kinetische Energie ausrechnen. Die kinetische Energie der Hand ist etwas größer als die benötigte Bruchenergie des Holzes.

Wenn man nun die Kraftwirkungen in der Faust und die Dämpfung berücksichtig, dann ergeben sich für Holz 12,3 J und für Beton 37,1 J. Daraus kann man sich nun auch die Schlageschwindigkeiten ausrechnen (5,9 m/s // 10,3 m/s). Das geht sich für ein Holzbrett und einem ungeübten Handkantenschläger gerade aus !!!

Um einen Ziegelstein zu zertrümmern braucht man aber eine beträchtlich höhere Geschwindigkeit. Diese Geschwindigkeit kann man nur durch jahrelanges Üben erreichen. Eine andere Möglichkeit besteht in der Verwendung eines Hammers. Dadurch wird die Masse beträchtlich erhöht, das psychologische Problem fällt weg und der Ziegelstein bricht.


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