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Die Entstehung des Universums
     

Noch haben wir keine neue Theorie zur Entstehung des Universums, aber ich werde Sie gerne auf dem Laufenden halten.

Trotzdem möchte ich ihnen eine kleine Geschichte erzählen, für die leider im Buch kein Platz mehr war - damit wird hoffentlich einiges klarer zum Begriff der Erhaltung der Energie und der Materie.

Mitte Februar des Jahres 2006 bin ich mit einem guten Freund nach Hannover zur DIDAKTA geflogen. Wir wollten dort unsere Schulbücher "ganz klar: Physik" für die Unterstufe bzw. Hauptschule präsentieren. Beim Hinflug habe ich meine beiden Schweizer Messer in eine Notebooktasche verpackt und diese auch als normales Gepäckstück aufgegeben. In Hannover holte ich mir meine Tasche wieder ab und die Präsentationen konnten beginnen.
Es sollte eine angenehme Dienstreise werden. Nette KollegInnen, viele neue Ideen und an den Dialekt in Hannover haben wir uns auch bald gewöhnt. Vor dem Retourflug nach Wien meinte mein Kollege und Freund noch so beiläufig "Diese zwei Tage waren ganz angenehm. Keine Problem, dann schauen wir daß wir nach Hause kommen."
Ich dachte mir schon, hoffentlich verschreit Chris nicht das Unvorhersehbare - aber wir sind beide Physiker und für den Aberglauben gibt es keinen Platz in unserer Welt.

Wiederum wollte ich meine Notebooktasche mit den beiden Schweizer Messern aufgeben - damit es keine Probleme beim Sicherheits-Check gibt. Die Dame am Lufthansa-Schalter war sehr freundlich. Sie meinte nur, daß es sich nicht auszahlt, dieses kleine Gepäckstück separat aufzugeben. Ich solle es doch direkt vor dem Flugzeug abgeben. Gesagt getan.

Wir gingen noch einen Kaffee, oder was man so in Hannover als Kaffee bezeichnet. Dann ging es ab zum Sicherheits-Check. Eine lange Menschenschlange bildete sich und wir standen ganz hinten. Auf einmal hörten wir, daß unsere Namen aufgerufen wurden, und daß wir uns auf dem Gate, ich glaube es war 4A, melden mögen. Wir baten die Wartenden vor uns, uns doch vorzulassen. Die Damen und Herren waren sehr freundlich und schlagartig standen wir vor dem Metalldetektor. Unser Gepäck haben wir dann auf das Röntgengerät gestellt und waren schon auf dem Sprung zu unserem Gate. Doch auf einmal griff eine Sicherheitsbeamtin nach meiner Notebooktasche und bat mich, doch das Schweizer Messer auszupacken. Kein Problem. Sie meinte dann, daß ich es abzugeben hätte. Ich verwies auf die Aussage der Dame vom Schalter, daß ich die Tasche ja nicht in den Passagierraum mitnehmen werde, sondern, daß ich diese vor dem Flieger abgeben werde. Dies Sicherheitsbeamtin meinte nur, daß dann jemand von der Lufthansa kommen müßte und mich bis zum Flieger begleiten würde. Mein Kollege, der wie immer keine Probleme hatte, rannte zum Gate 4A und bat um eine Lufthansa-Begleitung für mein Schweizer Messer. Doch die Damen beim Check-In hatten keine Zeit. So fragte ich freundlich, wie es denn nun weitergehe? Zu diesem Zeitpunkt hörte ich meinen Namen schon zum dritten Mal - die Stresshormone stiegen. Die Dame von der Sicherheit erklärte mir, daß nun mein blaues Schweizer Messer dem Bundesgrenzschutz übergeben wird und vernichtet wird.

Jetzt kam der Physiker wieder in mir heraus. Mein Schweizer Messer wird vernichtet, daß kann es nicht geben. Man kann in diesem Universum nur etwas zerstören, aber nicht vernichten. Vernichten bedeutet, daß sich etwas in nichts auflöst und das gibt es nicht. Es muß die Materie und die Energie erhalten bleiben. Ich fragte, wie denn das Messer vernichtet wird? Vielleicht wird es ja zerstrahlt, wenn es mit Antimaterie in Berührung kommt. Dann würde aber das Äquivalent in Energie noch immer vorhanden sein. r Antimaterie selber ist sehr teuer und der Umgang ist auch nicht besonders einfach. Ich erklärte ihr, daß es unmöglich sei, etwas zu vernichten, und wies sie darauf hin, daß sie wahrscheinlich eher den Begriff zerstören meinte. Aber die Dame von der Sicherheit beharrte darauf, daß das Messer vernichtet wird, da sie nie wieder ein Messer zurückkommen gesehen hat.
Zum vierten Mal dröhnte der Aufruf "Passagier Gruber Werner dringendst zum Gate 4A". Ich meinte noch zur Dame: "Dieses Messer kommt wieder zurück, es kann nicht vernichtet werden!!" und ab ging es zur Maschine.

Ich glaube ich bin noch nie so spät in einen Flieger eingestiegen. Sobald ich drinnen war, wurde die Türe geschlossen und ab ging es nach Wien. Im Flieger habe ich eine Stewardeß gefragt, wie ich denn nun zu meinem Schweizer Messer kommen kann. Die Dame war sehr freundlich und meinte, daß ich einfach beim ersten Schalter in Wien meinen Verlust melden sollte und dass ich mein blaues Schweizer Messer schon wieder bkommen würde.

Gesagt, getan. In Wien nach dem Gate gleich zum ersten Schalter hinein und dort erklärte ich, daß ich ja gerne mein Gepäck aufgegeben hätte, aber, daß die Dame von der Lufthansa meine Notebooktasche nicht einchecken ließ. Der Kundenberater meinte, es war ungefähr 21.00, dass es wahrscheinlich am einfachsten sei, dass ich mich morgen in der Früh beim Lost&Found in Hannover melden sollte, die können mir dann sicher weiter helfen. Ich erklärte ihm, dass es um das Leben meines blauen Schweizer Messers ging, und dass es vernichtet werden soll, vom Bundesgrenzschutz, was physikalisch eine Unmöglichkeit ist, und dass bisher noch nie ein Messer zurückgekommen sei und dass die Lufthansa in Hannover einen Fehler gemacht hatte und dass er doch nur in Hannover anrufen muss, jemand bitten mein blaues Schweizer Messer beim Bundesgrenzschutz abzuholen und es mir dann zu schicken. Lapidare Antwort: Ich kenn die Nummer von Hannover nicht. Dann spürte der Kundenbetreuer aber, dass sich das Problem nicht einfach aussitzen lassen wird können. Also bemühte er sich und meinte, dass ich in 15 Minuten wieder kommen sollte.

Nach 15 Minuten sah ich den Kundenbetreuer mit hochrotem Gesicht am Telefon wild gestikulierend sitzend. Nachdem er aufgelegt hatte, meinte er, dass das Messer wirklich vom Bundesgrenzschutz vernichtet werden sollte und dass er sich jetzt voll und Ganz um das Problem kümmern wird. Ich sollte nur meine Telefonnummer dalassen, er wird mich anrufen, sobald einige Problem in Hannover geklärt wären. Also ab nach Wien in meine Wohnung. Bevor ich diese erreicht hatte, meldete er sich mit der Aussage, dass sich jemand von der Lufthansa bereit erklären würde, beim Bundesgrenzschutz das blaue Schweizer Messer abzuholen. Aber vorher muss ich einen Oberst oder Major SoundSo vom deutschen Bundesgrenzschutz anrufen, und mein blaues Schweizer Messer identifizieren. Als ich in meiner Wohnung war, es war so um 22.30 rief ich in Hannover an. Dort meldete sich sofort der Oberst bzw. Major. Ich stellte mich vor und fragte nach meinem blauen Schweizer Messer. Ich erklärte gleich, dass es das Emblem der ESA eingraviert hat und dass es nur ein paar dieser seltenen Messer gibt. Er ließ sich davon aber nicht davon beeindrucken und fragte: "Und wie groß ist ihr Schweizer Messer: 8, 10 oder 12 cm?". Diese Frage kam etwas überraschend. So genau wußte ich die Antwort auch nicht, aber dann kam mir die rettende Idee: mein zweites Schweizer Messer ist genauso groß. Wo habe ich es nur - ach ja in der Notebooktasche. Interessanterweise ist dieses Messer nicht beim Sicherheitscheck aufgefallen. Nachdem ich die Frage richtig beantwortet hatte, fragte er wieviel Klingen denn das Messer habe? Zwei. Aber die beste Frage kam noch. Welche Farbe hat denn das Schweizer Messer? Ich glaube ich habe bei dem Gespräch mit dem Bundesgrenzschutz rund 10 mal erklärt, dass es sich um ein blaues - BLAUES - Schweizer Messer handle. Abschließend meinte er, dass jetzt die Identität meines Schweizer Messers geklärt sei und nun möge ich mich an die Lufthansa wenden. Leider habe ich vergessen zu fragen, wie denn das Messer vernichtet worden wären.

So gegen 23 Uhr rief ich den Kundenbetreuer an, und teilte ihm mit, dass die Identifizierung positiv verlaufen sei. Er rief sofort in Hannover an und meldete sich rund eine halbe Stunde später wieder. "Herr Gruber, eine gute Nachricht. Das blaue Schweizer Messer ist dem Bundesgrenzschutz entrissen, aber ich weiß noch nicht wie wir es nach Wien bekommen. Ich melde nich wieder."

So gegen 24 Uhr läutete wieder das Telefon. "Herr Gruber, wann kommen sie wieder nach Hannover"
"Sehr lange nicht"
"Schlecht, aber wir haben da noch mehrere Möglcihkeiten. Könnten Sie vielleicht auf ein Konto der Lufthansa die Portokosten überweisen, dann schicken die es mit der Post."

"Geht es noch komlizierter?"
"Naja, wir könnten das blaue Schweizer Messer morgen in der Früh mit dem ersten Flug nach Wien schicken. Aber das Messer befindet sich im Moment im Besitz der Lufthansa. Ich bräuchte eine Bestätigung, dass Sie nicht die Austrian Airlines für einen allfälligen Transportschaden oder den mögliche Verlust beim Transport verantwortlich machen."
"Bis wann brauchen sie wie die Bestätigung?"
Der Kundenbetreuer erklärte mir dann, unter welcher Nummer ich ein Fax mit welchem Text hinschicken sollte - und dass ich bis 9.30 Zeit haben. Um ein Uhr in der Früh legte ich mich nieder und fragte mich immer noch, wie man einen Gegenstand vernichten kann.

Am nächsten Morgen in der Früh schickte ich das versprochene Fax los. Jetzt konnte ich nur mehr warten.

Um 10.35 läutete das Telefon und eine Mitarbeiterin der AUA meldete sich mit einer freundlichen Stimmer "Herr Gruber, Ihr blaues Schweizer Messer ist gerade mit dem Flug OE135 von Hannover nach Wien planmäßig abgehoben und wird voraussichtlich um 12.35 ankommen. Wir melden uns wieder."

Um 12.35 läutete wieder das Telefon. Eine andere, wieder sehr freundliche Mitarbeiterin meldete sich "Herr Gruber, ihr blaues Schweizer Messer ist planmäßig mit dem Flug OE135 von Hannover nach Wien angekommen. Sie können es sich beim Lost&Found abholen". Ich bedankte mich sehr herzlich, und versprach gegen Abend mein blaues Schweizer Messer abzuholen.

Am Abend fuhr ich zum Flughafen hinaus und meldete mich beim Lost&Found. Dort mußte ich mich nochmals ausweisen, und mit meinem Schweizer Messer offiziell in Österreich einreisen. Ich riß das Siegel des Bundesgrenzschutzes von der Verpackung und endlich hatte ich es wieder bei mir. Ich ging in den Ankunftsbereich mit dem Messer in meiner Hand. Neben mir stand ein Polizist, der mich bat, dass ich ihm das blaue Schweizer Messer übergeben sollte, denn in diesem Sicherheitsbereich ist das Tragen von Waffen verboten. Natürlich mußte cih auf das Kommisariat. Zum Glück hatte ich noch die Nummer von Oberst oder Major des deutschen Bundesgrenzschutzes. Es war richtig lustig die gesamte Geschichte von der vermeintlichen Vernichtung meines blauen Schweizer Messers nochmals zu erzählen. Der Beamte konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneiffen. Ich wurde dann noch sehr freundlich zum Ausgang begleitet und man wünschte mir noch einen schönen Abend.

Die Konklusio aus der Geschichte:

Vertraue nicht den Bediensteten der Lufthansa in Hannover.
Vertraue den Bemühungen der Bediensteten der Austrian Airlines.

Man kann kein Objekt vernichten, man kann es höchstens zerstören.

 

     
Farbige Bilder aus dem Buch:


 

Ein Neutron kann sich aufgrund der schwachen Wechselwirkung in ein Proton und umgekehrt umwandeln.

Das leichteste Atom - Wasserstoff - besitzt nur ein Proton im Kern. Das nächst schwerere Atom ist das Helium. Normalerweise hat ein Helium-Atom zwei Protonen und zwei Neutronen. Manchmal gibt es aber auch Heliumkerne mit nur zwei Protonen und einem Neutron. Durch die starke Wechselwirkung werden die Protonen entgegen der elektromagnetischen Wechselwirkung zusammengehalten. Normalerweise stoßen sich Protonen aufgrund ihrer gleichen elektrischen Ladung ab. Kommen Sie aber nahe genug zusammen, so bleiben sie zusammen. Der Grund ist die starke Wechselwirkung, die ein vielfaches stärker ist als, die elektrische Wechselwirkung.

 

Um den Atomkern befinden sich Elektronen. Die Aussage Elektronen bewegen sich um den Atomkern, ähnlich den Planeten um die Sonne, ist falsch.

FALSCH   FALSCH      FALSCH   FALSCH

Man findet diese Modell zwar entsprechend oft, aber trotzdem bleibt es falsch. Die Elektronen besitzen eine sogenannte Aufenthaltswahrscheinlichkeit. Innerhalb dieses Bereiches können sich die Elektronen befinden. Wo sie sich in diesem Bereich befinden, kann niemand genau sagen. Bei den einfachsten Atomen - Wasserstoff und Helium - ist das Gebiet für die Aufenthaltswahrscheinlichkeit sehr einfach. Es ist eine Kugel um den Atomkern. Innerhalb dieser Kugel können sich die Elektronen befinden. Es muß nicht der Rand sein, wie oben eingezeichnet.

Diese Darstellung entspricht der Aufenthaltswahrscheinlichkeit für größere Atome. In jeder Keule haben zwei Elektronen Platz und in der Kugel in der Mitte haben ebenfalls zwei Elektronen Platz. Damit können sich 14 Protonen im Kern befinden, für jedes Elektron ein Proton. Für noch größere Atome gibt es dann noch mehr Keulen. Also, das Modell, in dem die Elektronen um den Kern herumschwirren ist FALSCH !

 
     

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